About James Joyce

Bloomsday,

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gefeiert in Dublin und der ganzen Welt, ist ein Versuch, in der Zeit zurück zu reisen, um die Ereignisse von Ulysses  , die im Laufe eines einzigen Tages, dem 16. Juni 1904, stattfinden , zu erleben. Der Bloomsday erinnert alljährlich an Joyces immer noch zeitlose Charaktere, während sie duch Dublin flanieren und uns durch einen einzigen Tag im Edwardian Dublin zu führen.

Bloomsday, auch bekannt als „La Bloom“, leitet seinen Namen von der Figur Leopold Bloom ab, einem irischen Mann jüdisch – ungarischer Abstammung, der als Anzeigenaquisiteur  arbeitet und von dem Literaturkritiker Harold Bloom als eine der „vollständigsten“ Figuren der modernen Literatur gefeiert wurde. 

Bloomsday

Der Eintrag unter dem Juni 1904  in den gesammelten  Briefen von James Joyce  (die erste von Stuart Gilbert gesammelte und herausgegebene Version) enthüllt uns, dass das Datum „16. Juni 1904“ für den 22-Jährigen etwas Besonderes war. Joyce wurde von der Liebe überrumpelt: Es war der Tag, an dem er mit  seiner Geliebten, seiner Muse und späteren Frau Nora Barnacle durch die Stadt ging.

Überraschenderweise, wie Richard Ellmann, Joyce ‚Biograph  uns erinnert, war der Ausdruck „Bloomsday“ bereits kurz nach der Veröffentlichung von Ulysses populär geworden  In seinem Brief an HS Weaver vom 27. Juni 1924 bringt Joyce seine Überraschung zum Ausdruck, als er sich von einer Augenoperation erholt und bereits mit dem Verband kämpft, um die frühen Entwürfe des Nachtbuches überhaupt lesen zu können  ( Finnegans Wake wird es in  15 Jahren heißen). Damals bekommt er „weiße und blaue“ Hortensien von einer Gruppe von Menschen überreicht, die bereits ein Phänomen namens „Bloom’s Day“ feierten. 

Joyce soll über Ulysses geklagt haben  , grübelnd, sotto voce , in der gleichen Singsang Stimme, mit welcher er später die Episode „Anna Livia Plurabelle“ in Cambridge lesen und aufzeichnen würde:

Wird sich jemand an dieses Datum erinnern? „

Wir wissen heute, dass Joyce nicht  unbedingt gejammert haben muss: Dedalus, Bloom und Molly, unter all den anderen Charakteren wie Pater Conmee, Mulligan und Cranly aus dem Joyceschen Oeuvre, entzücken und amüsieren den heutigen Lesern ebenso sehr wie damals.

Nach der offiziellen Bloomsday-Feier in Irland im Jahr 1954 wird Bloomsday nun jährlich in der Kulturhauptstadt Dublin gefeiert, mit einer Vielzahl von Aktivitäten, die vom James Joyce Center organisiert werden. Das Zentrum bietet auch Spaziergänge, Vorträge und Besichtigungen verschiedener Orte an, die von den Romanfiguren im Verlauf eines einzigen Tages besucht werden, darunter der James Joyce Tower und das Museum in Sandycove (wo der düstere Geist lebt) Stephen Dedalus über den „Panther Sahib “ grübelt, und Davy Byrne’s Pub (wo Leopold Bloom auf ein Gorgonzola-Sandwich und ein Glas Burgunder einkehrt), und Nummer 7 Eccles Street  (heilig gesprochen neben anderen berühmten Straßen wie Conan Doyles Baker Street) , um nur ein paar dieser „heiligen“ Orte beim Namen zu nennen. 

Es ist auch mittlerweile nicht mehr ungewöhnlich für unabhängige Theatergruppen und Leser, Lesungen und Performances von Ulysses zu veranstalten Im Laufe der Jahre bot der Bloomsday ein breites Spektrum an verschiedensten Events: Von Lesern und Liebhabern, die sich in edwardianischen Kostümen verkleiden, über Lieder und Tänze auf öffentlichen Straßen bis hin zu Workshops, bei denen der Geschmack der originalen Speisen probiert wird, wie sie in Ulysses von James Joyce beschrieben werden. 

 Lesen

Wer war es, der den Leser nach seinen wahren Motiven beim Lesen  fragte:

“ Warum lese ich das ?“ 

 Das ist eine bekannte Frage, die sich Leser, die den berüchtigten Text von Ulysses von  1922 angehen oft selbst stellen und die Gründe scheinen oftmals nicht sehr klar oder, wie es scheint, sehr überzeugend zu sein. Es bietet sich  jedoch eine möglicherweise plausible Antwort an: Man gewinnt eine gewaltige Freude an dem spannenden Spiel, auf mehreren Ebenen einem komplexen Text zu folgen, der sehr glaubhaft vorgibt, schwierig zu sein. 

Lesen wir Joyce, wird schnell klar, man liest sich nicht nur in das alltägliche,  gewöhnlichen Leben der Dubliner ein, die sich im Text versammeln, sondern auch, um sich selbst als kenntnisreicher, kritischer Leser zu beweisen: Die Ergebnisse solcher „selbstreflexiver Leseproben“  können durchaus demütigend ausfallen, wenn Leser von  Ulysses sich in schwindelerregender Konversation mit einer Vielzahl anderer Texte, Zeiten und Stile wiederfinden.  Bei der atemberaubenden Bandbreite der in Ulysses verwendeten Stile    vom Zeitungslayout im „Aeolus“ -Kapitel bis zur neunmonatigen Schwangerschaft der englischen Sprache im „Oxen of the Sun“-  gibt es scheinbar keinen einzigen langweiligen Moment in  Ulysses.

Einer der Gründe für die Bedeutung des Bloomsday-Festivals liegt also darin, dass es sich aktiv für eine  Rückkehr zum Text einsetzt : Denn der Ruf von Joyces Texten geht ihrer Lektüre fast immer voraus (was zum großen Teil jedoch darauf beruht, dass Joyce selbst sich bemüht hat, ein  gewaltiges Puzzle aus seiner  schriftstellerischen Arbeit zu machen) Um der Unsterblickeit willen, wie er selbst sagte ? Seine Texte werden oft wegen einiger obskurer oder schwieriger Seiten verflucht, und die allein gelassenen Leser stöhnen in ihrer Einsamkeit vor den schwarzen Buchstaben. Der Text, ebenso wie die Charaktere im Roman, verdienen unbedingt eine zweite oder eine dritte oder vierte Chance, sprich Lesung, um endlich sich selbst und den Leser zu erlösen. 

Ulysses  erhält dann bestenfalls ein erleichtertes Echo von seinen Lesern. Diese Antwort sowohl auf den Text als auch auf die Welt, wie Stephen Dedalus in dem Kapitel „Proteus“ in  Ulysses bestätigt, sind unendliche, formgebende Texte: Sie sind   Signaturen“ von „allen Dingen“, die wir hier lesen sollen Joyce zu lesen bedeutet also, die Geburt eines Lesers, der sich an Joyce „Epiphanien“ erinnert und sie in einem erneuerten, interpretativeren Licht lesen wird.  Der alljährliche Bloomsday feiert dieses Fest der Worte und des Wortspiels; es ist nur eine Frage der Zeit, bis man herausfindet, dass  Ulysses auch  noch mehr  zu bieten hat. 

 Bloomsday ist ein Festival, das zu illustrieren versucht, was das große Fest des Lebens wirklich ausmacht: Ulysses ist für jeden seiner Leser immer auch und vor allem eine Reise nach innen, eine Rückkehr in den Text als „the next way home“. 

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