Italien & Neapel in guter Begleitung

Reinhard Raffalt – Eine Reise nach Neapel

e parlare Italiano – italienisch lernen ganz nebenbei

 Sprachkurs – Reiseführer – Wörterbuch und eine amüsante Lektüre

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Der Italien-Urlaub kann beginnen…

…. und dieser Klassiker  – nun schon in der 21 Auflage – dieser Reiseführer gehört unbedingt ins Reisegepäck nach Italien , auch wenn es nicht nach Neapel geht; denn diese Kombination aus Wörterbuch, Reiselektüre, Italienratgeber und Sprachführer ist die garantiert unschlagbare Allzweckwaffe gegen Sprachlosigkeit im Restaurant, Ratlosigkeit bei der Reiseplanung oder Langeweile  beim Spritz.

Der Autor Reinhard Raffalt hat hier ein kleines Meisterwerk geschaffen Auf prallen 480 Seiten finden Sie alles, was Sie schon immer über Italien wissen wollten.

„Jemand reist über den Brenner nach Italien – Neapel ist sein Ziel. Leider spricht er kein Wort Italienisch! Wie kann er sich auf mühelose Weise wenigstens soviel Sprachkenntnisse erwerben, dass er sich nicht wie ein Stummer zwischen Redenden bewegen muss?

Der Autor unternimmt es in diesem Buch, seine Italien-Erfahrungen mit zeitlosem Charme und Esprit in einem Sprachkurs niederzulegen. Er kennt die Wünsche und Leiden eines Italien-Reisenden, der oft wenig von Sprache, Sitten und Umgangsformen des Landes versteht. So entstand eine Folge von Kapiteln, in denen durch lebendige Schilderung von Traditionen, von Menschen, Kunstwerken und historischen Begebenheiten an den einzelnen Stationen dieser Reise auch solide Sprachkenntnisse vermittelt werden.

Der Leser wird in Restaurants und in die Oper geführt, in berühmte Kirchen, Gebäude und Museen. Er lernt nicht nur, wie man sich dabei verhält und vor allem die richtigen Fragen stellt, sondern erfährt zugleich auch ein wenig über italienische Geschichte und Kunstgeschichte. Verhandlungen mit dem Taxichauffeur wechseln ab mit Betrachtungen über die italienische Familie oder die Diplomatie der Venezianer und vieles mehr.
In Neapel angelangt wird der Reisende zu seiner Verblüffung feststellen, dass er nunmehr durchaus in der Lage ist, am italienischen Leben, das sich in erster Linie durch Sprache ausdrückt teilzunehmen. Ein Wörterverzeichnis ergänzt das Buch.“

Unentbehrlich – Sie werden es nicht missen wollen.

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Reinhard Raffalt – Eine Reise nach Neapel – 480 Seiten – Prestel – ISBN 978-3-7913-1441-9

 

 

 

Drei Meistererzählungen

Ferdinand von Schirach – Carl Tohrberg

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Drei Männer, drei Schicksale: schnörkellos, ja lakonisch und präzise gezeichnet werden uns hier drei Menschen gezeigt. Und es geht naturgemäß wie  immer um  Liebe und Tod, den einsamen Tod. Denn ein falsches Leben kann kein richtiges Ende finden. Aber was immer von Schirachs Protagonisten widerfährt, es sind Menschen; und Menschen sind fehlbar. Die Lakonie des Autors versperrt jeden Deutungsansatz. Worüber man nicht reden kann, darüber muß man schweigen. Großartig erzählt.

Erschienen als btb-Taschenbuch – ISBN 978-3-442-71574-9

 

Prinzessin von Ahlden – erster Sophie-Dorothea-Tag 2018

Zum Frühlingsanfang:

„Ein vortreffliches Frauenzimmer“

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Renate du Vinage über  Eleonore Desmier d’Olbreuse und ihre Tochter Sophie-Dorothea von Braunschweig-Lüneburg-Celle, die Prinzessin von Ahlden

Nun ist diese umfangreiche Biographie der Mutter der „Prinzessin von Ahlden“ seit einigen Jahren in zweiter Auflage erschienen und der erste „Sophie-Dorothea-Tag“ in Ahlden und Eilte am 15. September 2018 ist ein durchaus geeigneter Anlaß, dieses Buch noch einmal vorzustellen. Nicht nur für die LeserInnen aus der Region des damaligen Herzogtums Celle ist es eine sehr lesenswerte Reise in die Epoche zwischen dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und dem Beginn der Aufklärung, und es ist darüberhinaus die spannende Geschichte des Aufbegehrens einer jungen Prinzessin gegen die Staatsräson einer absoluten Herrscherfamilie.

Die junge Prinzessin Sophie-Dorothea von Braunschweig-Lüneburg-Celle, Tochter der Eleonore Desmiers d’Olbreuse , der „Großmutter Europas“, wurde gegen ihren  Willen mit ihrem Cousin, dem Erbprinzen von Hannover und seit 1714 König Georg I. von Großbritannien, verheiratet. Die dramatische und unheilvolle Flucht aus dieser unglücklichen Ehe in die Arme des schwedischen Offiziers Königsmarck endet eines Nachts mit der Ermordung des Schweden im Leineschloß und ihrer Verbannung auf das Schloss in Ahlden an der Aller. Die „Königsmarck-Affaire“ war seinerzeit , zur Betrübnis des Hauses Hannover, ein an den Höfen Europas vielbeachteter Skandal; die romantische Legende umweht bis heute die sogenannte „Prinzessin von Ahlden“.

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Renate du Vinage – Ein vortreffliches Frauenzimmer ist erschienen im Meissners Verlag – 470 Seiten – ISBN: 978-387527-117-3

Ein großes Debüt

Peter Suhrkamp wollte das Buch 1953 nicht verlegen

Uwe Johnson – Ingrid Babendererde

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Uwe Johnson und Sarah Kirsch – Foto privat

Ingrid Babendererde ist Uwe Johnsons erster Roman…

…der erst nach seinem Tode veröffentlicht wurde: Die beiden Protagonisten, Klaus Niebuhr und Ingrid Babendererde, müssen sich in den Gründerjahren der DDR in einer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern nahe Rostock auf die schulische Reifeprüfung vorbereiten Das bedeutete für die Jugendlichen damals, daß sie sich auch zu der Kampagne der staatlichen Institutionen der DDR gegen die evangelische »Junge Gemeinde« in einer klaren und eindeutigen Position verhalten mußten.

Die Abiturientin Ingrid Babendererde soll auf einer Schulversammlung, entgegen den Tatsachen, die Mitglieder der von einem Pfarrer geleiteten »Jungen Gemeinde« als „Konterrevolutionäre“ denunzieren. Ingrid Babendererde nutzt ihre Rede jedoch dazu, die »Junge Gemeinde« unter Hinweis auf die noch junge Verfassung der DDR eindrücklich zu verteidigen und den Direktor der Schule wegen seines Vorgehens gegen diese Schüler offen zu kritisieren, und sie wird daraufhin  der Schule verwiesen. Beide gehen  – entgegen ihrer politischen Überzeugung – in den Westen, entziehen sich damit aber einem „falschen Leben“ in einem totalitären System.

Ein auch heute noch ergreifender, packend zu lesender Text
edition suhrkamp 1817, Taschenbuch, 272 Seiten
ISBN: 978-3-518-11817-7

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Junge Welt April 1953 : Polithetze in der DDR gegen die Schüler einer Pfarrgemeinde

Verrisse, nichts als Verrisse

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Die herrlichsten  Erregungen des Großkritikers Marcel Reich-Ranicki

Eine Auswahl der gesammelten Zitate aus dem „Literarischen Quartett“

 

Anfang
Die Weltliteratur besteht aus Debütromanen. Das ist doch immer so: Der erste Roman ist das Wichtigste und dann kommt gar nichts mehr. Also, vielleicht sagen wir mal Goethe, der hat mit einem Debütroman angefangen. Und der war sehr gut. ( Literarisches Quartett vom 14.1.1993)

Anthropozentrismus
Mich interessiert in der Literatur eigentlich nur der Mensch. Mäuse und Kühe interessieren mich nicht. (18.2.1991)

Benn, Gottfried
Einer der dümmsten Sätze, der je von einem deutschen Lyriker gesagt wurde, stammt von Benn: Bei jedem Lyriker gebe es fünf oder sechs gute Gedichte. Ich weiß nicht, warum dieser Satz immer wieder zitiert wird. Bei Goethe finde ich 56 oder 76 gute Gedichte. Und bei Heine 16 oder 26. (25. 3. 1988)

Berlinroman
Das gibt’s überhaupt nicht. Was ist denn das für’n Unsinn. Das ist Quatsch! Alexanderplatz , nein, nein, nein, nein, nein. Also Balzac hat viele Romane geschrieben, die in Paris spielen, aber es gibt keinen einzigen Parisroman von Balzac. Berlin ist natürlich in Berlin Alexanderplatz nicht das Thema. Ein Roman zeigt die Erlebnisse, die Leiden von Menschen. Eine Stadt kann nur die Szene, den Hintergrund geben. (5.3.1999)

Bernhard, Thomas
Man kann überhaupt nicht Literatur machen, ohne zu übertreiben. Die ganz großen Schriftsteller waren ja pure Übertreibungskünstler. So’n Shakespeare hat doch übertrieben wie’n doller Kerl. Bei Thomas Bernhard ist die Übertreibung ganz extrem. (5.3.1999)

Christentum
Dieses Literarische Quartett ist keine Veranstaltung im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit. Was schlecht ist, ist schlecht, und es muss gesagt werden. (18.2.1991)

Desinteresse
Wozu soll ich eigentlich ein Buch über Kalkutta lesen? Mich persönlich interessiert Kalkutta überhaupt nicht. Wenn ich aber ein Buch über Kalkutta lesen möchte, dann doch nicht von einem Poeten, der dahin gefahren ist für drei oder vier Monate, der sich etwas umgesehen hat. Was hat er dort gesehen? Schmutz, Gestank, Elend, Armut. Das wissen wir doch. (30.9.1988)

Empfindung
Es kommt nicht auf die Beschreibung der physiologischen Prozesse an, das kann jeder, es ist nicht schwer zu beschreiben, wie ein Penis in eine Vagina dringt oder ein Bleistift in eine Tasche gesteckt wird. Es kommt darauf an zu zeigen, was die Frau oder der Mann oder gar beide während dieser Sachen empfinden. (10.3.1989)

Erotik
Wenn ich die deutsche Literatur der letzten zwanzig Jahre lese, die ist ja unerhört unerotisch. Da war zum Beispiel der große Thomas Bernhard – vollkommen unerotisch. Oder Grass: eigentlich immer unerotisch. Siegfried Lenz – immer. Martin Walser – beinahe immer. Wenn sich das deutsche Volk nach seinen Schriftstellern von heute richten würde, es würde sich überhaupt nicht mehr vermehren. Da sieht man, wie gering der Einfluss dieser Schriftsteller ist. (10.10.1991)

Feld, ein weites
Wertlose Prosa, langweilig und unlesbar. Keiner hat den Grass dazu aufgefordert, über die Wiedervereinigung zu schreiben. Mir wär viel lieber, wenn Grass über die Liebe zu seiner Frau geschrieben hätte. Interessiert mich viel mehr als seine Ansichten zur Wiedervereinigung. (24.8.1995)

Feministische Theorie
Diese Antonia Byatt hält nichts von der feministischen Literaturwissenschaft – allein das macht sie schon sympathisch. Der Teufel soll mich holen, wenn Herr Karasek das nicht mit Vergnügen gelesen hat. Geben Sie’s zu! (13.5.1993)

Goebbels, Joseph
Grass sagt seit zehn oder 15 Jahren immer wieder, die deutsche Kritik sei schlecht. Das ist ja seit Lessing bekannt und jeder Autor, der verrissen wurde, wiederholt es. Grass will, dass die Kritiker nur über die Bücher informieren. Das wollte – mit Verlaub – Joseph Goebbels auch. Und Grass muss endlich belehrt werden, es ist höchste Zeit: Kritik ist unter anderem dazu da, die literarischen Werke zu werten und zu beurteilen. (24.8.1995)

Goethe, Johann Wolfgang von

Wissen Sie, wer sympathisch war? Walther von der Vogelweide. Denn von dem wissen wir gar nichts. Und wenn wir über einen Dichter viel wissen, dann ist er arg unsympathisch. Thomas Mann war sehr unsympathisch, Brecht ebenfalls, Heine auch sehr fragwürdig und Goethe, na, keine sympathische Figur. (3.6.1988)

Gordimer, Nadine
Ihre Bücher sind künstlerisch so schwach, dass ich wetten möchte, sie kriegt den Nobelpreis. Zumal sie ja auch noch weiblichen Geschlechts ist. (18.2.1991)

Handke, Peter
Es gibt deutsche Schriftsteller, wenn die kompletten Schwachsinn ihrem Verlag liefern, dann hat der Verlag zwei Möglichkeiten: zu drucken oder abzulehnen. Lehnt er ab, dann geht dieser prominente Schriftsteller zu einem anderen Verlag. Zwölf andere Verlage sind glücklich, wenn sie Handke bekommen. Ob ein Buch gut oder schlecht ist, ist für einen Verleger eine sekundäre Überlegung. Das Entscheidende ist: Bringt es Geld oder bringt es Geld nicht? (24.8.1995)

Heimat
Ich bin eurozentrisch veranlagt! Ich bin und will eurozentrisch sein und das kann mir keiner verwehren! Meine Welt ist zwischen Athen und Dublin oder zwischen Lissabon und Stockholm. (15.12.1996)

Hunde
Es ist, glaube ich, der Peter Handke ein Autor, der seit vielen Jahren schon auf den Hund gekommen ist, man kann sagen, auf den metaphysischen Hund. Und Botho Strauß ist auf den ideologischen Hund gekommen. Er schreibt Unsinn! (25.4.1997)

Indien

Ich kann Ihnen voraussagen, was Martin Walser in Kalkutta schriebe: einen Roman über den Bodensee. (30.9.1988)

Irland
Ich habe einen Widerwillen gegen die irische Literatur, ich kann das nicht ertragen, immer die Slums und immer wird gesoffen und ein bisschen gekotzt zwischendurch. Elend und muffiger Katholizismus. (15.12.1996)

Joyce, James
Das weiß man, dass der Ulysses in Deutschland maßlos überschätzt wird. Er wird ja nur deshalb so überschätzt, weil ihn kaum jemand gelesen hat. (14.5.1990)

0000000000a-a marcel reich ranicki-lauter verrisse   Gesammelte Verrisse – erschienen bei dtv

Kafka, Franz

Ganz unter uns: Ich hab nicht gern Insekten. Ob das Die Fliegen sind bei Sartre oder diese Geschichte von Kafka, die nicht zu seinen allerbesten gehört. Insekten verführen die Autoren. (31.3.1994)

Kempowski, Walter
Kempowski ist ein wackerer Sammler, fleißig, hat vier Bände gesammelt und wir danken Gott, dass es nicht fünf geworden sind. (24.2.1994)

Kindheitserinnerungen
Sind meist langweilig in der Literatur. Deswegen sind auch in Autobiografien, die immer so früh anfangen, die ersten Kapitel meist die schwächsten. (23.8.1992)

Kirsch, Sarah
Wenn Sie wüssten, wie viel Arbeit es mich gekostet hat, Sarah Kirsch Gedichte abzuverlangen, sie immer wieder anzurufen oder ihr Briefe zu schreiben: Sarah, ich und die ganze deutsche Nation warten auf Ihre nächsten Gedichte, könnten Sie nicht was schicken? (26.12.1988)

Langeweile
Das höchste ästhetische Kriterium! Es gibt kein höheres für mich! Für mich ist Der Zauberberg ein spannender Roman, deswegen ist er so gut und für mich ist dieses Finnegan’s Wake kein interessantes Buch, obwohl es literarhistorisch eine hohe Bedeutung haben mag. (12.2.1990)

Liebe
Ich geb es zu, das mag ja gegen mich sprechen, aber ich interessiere mich für Liebes- geschichten von Intellektuellen. Die Liebesgeschichten von Bauern können vielleicht auch sehr aufregend sein, aber das ist nicht ganz mein Fach. (10.10.1991)

Literarisches Quartett

Uns wird von Zuschauern oft vorgeworfen, dass wir die Bücher nicht hinreichend loben. Wir sind nicht der verlängerte Arm der Werbeabteilungen deutscher Verlage. (12.12.1993)

Literaturgeschichte
Das haben wir doch alles im Expressionismus schon gehabt, wie böse die Bäume sind und die Straßen und die Wege. (19.11.1992)

Mann, Thomas
Die langjährige Freundin und Ehefrau von Philip Roth, Claire Bloom, hat jetzt in der englischen Presse Interviews erteilt, dass ihr Mann an einer sexuellen Obsession leidet. Dieser Informationswert ist ungefähr so, wie wenn meine Frau der Presse heimlich mitteilen würde, dass ich Thomas Mann schätze. Ist auch allmählich bekannt. (18.10.1996)

Nobelpreis

Den Nobelpreis sollte wohl erst Updike bekommen und dann Philip Roth, aber es werden beide ihn nicht bekommen, denn es wird sich ja sicher noch irgendjemand aus dem Sudan finden. Dass die nicht schreiben können, spielt gar keine Rolle. Eben weil sie nicht schreiben können im Kongo, muss man denen den Nobelpreis geben. (5.3.1992)

Nouveau Roman
Claude Simon war für mich immer der langweiligste und schlechteste Repräsentant des Nouveau Roman. Butor hat zwei, drei fabelhafte Bücher geschrieben, der Robbe-Grillet war schon schwächer, die Nathalie Sarraute sehr interessant und unmöglich war Claude Simon. Der hat dann vor elf Jahren ein Buch geschrieben, über das überall publiziert wurde: endlich ein gutes Buch von Claude Simon. Drei Jahre später hat er den Nobelpreis bekommen. Das wissen wir ja, dass den Nobelpreis immer zweitrangige Autoren bekommen. Hat ihn Strindberg bekommen? Nein, Selma Lagerlöf. Hat ihn Brecht bekommen? Nein, Hermann Hesse. In Stockholm lieben sie nicht sosehr die hervorragende Ware. Grass wird ihn deshalb schon noch kriegen. (14.1.1993)

Obsession

Ich komme auf mein Steckenpferd zurück, nicht zum ersten Mal im Literarischen Quartett : Ich glaube nicht an den großen, umfangreichen Gegenwartsroman in deutscher Sprache. Darauf antwortet man mir: aber die Buddenbrooks! Ja, es ist neunzig Jahre her. Heute können die Schriftsteller die Welt in einem Panoramaroman von sechs-, siebenhundert Seiten nicht mehr in den Griff bekommen. Ich bin von meiner These überzeugt. Sie ist so lange richtig, bis ein Roman entsteht, der sie widerlegt. (6.5.1991)

Postmoderne
Was ist ein postmoderner Roman? Bitte sagen Sie es mir! Ich weiß es nicht, ich möchte mal endlich belehrt werden, denn postmodern ist Blödsinn. Nicht in der Architektur, das ist nicht mein Gebiet. Da weiß ich nur: Es ist hässlich. Aber in der Literatur ist das der bare Blödsinn. (12.10.1989)

0000000000-a-marcel reich-ranicki-deutsche literatur seit 1945 Vielleicht sein wichtigstes Buch – erschienen bei DVA

Qual
Der Alfred Andersch schrieb im Roman oft solche Sätze wie: Mir gelingt dieser Roman nicht, es fällt mir so schwer weiterzuschreiben, ich weiß nicht, wie ich das jetzt weiterschreiben soll. Ja, bitte, wenn’s dir nicht gelingt, dann hör auf, den Roman zu schreiben und quäle uns nicht mit deinen misslungenen Werken. (12.2.1990)

Rezeptionsästhetik

Ich erwarte, dass ich nicht gelangweilt werde. Das ist mein Hauptverhältnis zur Literatur. (30.9.1988)

Schreibblockade

Manchmal ist eine Schreibblockade für die Leser ein Segen, das wollen wir nicht vergessen. (15.12.1994)

Sexualität
Es gibt ja Leute, die sagen, dass das ab und zu Spaß macht. (10.3.1989)

Tod
Wenn in einem Buch Liebe und Tod ganz stark vorkommen, wenn’s ein schlechter Autor ist, dann gleitet er bei diesen Themen in den Keller und es ist nur Kitsch. Wenn’s aber ein guter Autor ist, dann geht’s sofort in die Höhe und ein Buch wird in dem Augenblick aufregend und interessant. (25.3.1999)

Unseld, Siegfried

Er traf mich, nahm mich in die Ecke eines Zimmers und sagte: „Ich muss dir etwas Vertrauliches sagen, nur dir sage ich es. Ich bringe im Herbst ein Buch. Das ist ein Meisterwerk, das ist ein Genie, ein Jahrhundertbuch. Und bitte denk daran, dass es ein richtiger Kritiker beurteilt. Weißt du, ich dachte an…“ Und dann hatte er schon einen Namen genannt, wer vielleicht das Buch besprechen könnte. Unseld sprach mit so einer ungeheuerlichen Suggestivität auf mich ein, dass ich schon zu denken begann, das könnte ja ein interessantes Buch sein. Ich bin häufig darauf reingefallen, weil er so suggestiv sprach und mit einer solchen Kraft das Buch empfohlen hat. Wenn ich das Buch nachher gelesen habe und ihn gefragt habe: „Sag mal, unter uns, was hast du mir da angedreht? Das ist ein ganz schwaches, missratenes Buch.“ Kein Wort mehr, er hat schon wieder vom nächsten Buch geredet. Glücklich der Autor, der einen solchen Verleger hat! (26.12.1988)

Updike, John
Also, man lernt hier das Amerika von heute kennen. Mich interessiert das überhaupt nicht! Mich interessiert nicht, wie Amerika so aussieht! Der Mann interessiert mich als Typ überhaupt nicht, so’n kleiner Autohändler mit seinen Ambitionen, ist doch abscheulich. (8.10.1992)

Verleger
Freunde, was ist denn ein guter Verleger? Ein guter Verleger ist jemand, der ein schlechtes Buch gut verkaufen kann. (26.12.1988)

Vögeln
Also, das ist doch die Schilderung der Sexualität, wie wir sie so in der Weltliteratur noch nicht hatten. Hauptmotiv ist ein Wort, ich muss es hier aussprechen. Es gibt Kapitel, wo man unentwegt lesen muss: Wir werden ficken, wir haben gefickt, wir wollen ficken, wir wollen noch mal ficken. Das ist alles, mehr hat Updike nicht zu bieten. Manchmal kommt „vögeln“. Das ist eine Abwechslung und das sieht man dann mit Freude. (24.8.1995)

Völkerkunde
Die Verleger wissen nicht mehr, was sie drucken sollen: Engländer, Amerikaner, Franzosen, Italiener reichen nicht. Jetzt kommen alle, Holländer, Dänen – und das ist gut so, dass die kleinen Völker nun auch auf dem deutschen Markt sind. (31.3.1994)

0000000000-a-marcel eich ranicki-mein leben-buch-cellensia Autbiographie – erschienen bei DVA

Walser, Martin

Der schreibt seit 25 Jahren einen Roman nach dem anderen. Die meisten werden von der Kritik überwiegend negativ beurteilt, viele sind total vergessen. Und zu Recht. Dennoch: Er stolpert von einer Niederlage zur nächsten und ist unaufhörlich ein bekannter, ein eigentlich immer berühmter werdender Schriftsteller. Das hat Gründe. Und einer der Gründe ist gerade das, was ihm sehr verübelt wird: dass er nicht aufhört, regelmäßig Bücher zu publizieren. (30.9.1988)

Wiederholung
Seit Jahren wiederhole ich das und ich erkläre hiermit zum 95. Mal: Jeder Roman – bitte nicht Zauberberg oder Buddenbrooks! – der mehr als 500 Seiten umfasst, ist schlecht. Bis zum Gegenbeweis werde ich das wiederholen. Kommt ein Roman von mehr als 500 Seiten und er wird gut sein, bin ich bereit, vor laufender Kamera auf die Knie zu fallen. (14.1.1993)

Zwang
Ich nörgele über die meisten Bücher, die gelesen werden. Ich kann nicht anders: Ich muss nörgeln. (9.12.1991)

Zwist
Wir werden uns nicht einigen und wir sollen und müssen uns nicht einigen. Freunde, wir sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen. (25.4.1997)

 Zitate  / Literarisches Quartett

Vorhang Rot
So sehen wir betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen…

 

Wittgenstein !

Ludwig Wittgenstein, Swansea, Wales, September 1947 Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt

“ Wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen !“

Herbert Marcuse nannte ihn einen „Zerstörer der Philosophie“. Alles Metaphysische lehnte er strikt ab . Die Philosophie des 20. Jahrhunderts hatte nichts zu sein als eine Wissenschaft – rein und klar. Einfach, rein und klar, so wie er es in der Wiener Schule um Otto Loos u,a, gelernt hatte. Jeglicher Zierrat, auch geistiger, hatte zu verschwinden.

“ Die Welt ist, was der Fall ist „.

war das Fazit seines „Tractatus logico-philosophicus „.  Seine Studien betrieb er in Cambridge  unter Bertrand Russell. Kein herkömmliches Kontinuum  dieser Text, der die Welt der Philosophie vom Kopf auf die Beine stellte , sondern das Leuchtfeuer  solitärer Gedankenblitze eines besessenen Suchers.

„Die unvermutete Wiederkehr eines mönchischen Moments im moralischen Zentrum des Bürgertums.“ nennt es Peter Sloterdijk.

Konsequent verschenkte er seinMillionenerbe, um als Lehrer zu arbeiten.

Indem er die Empiriker anhielt „zum Staunen darüber,  nicht wie die Welt ist, sondern daß sie ist“, infizierte er die Philosophie mit einem wissenschaftlichen Präzisionsstil-Gedanken.

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Rein und klar – dieses Haus baute Wittgenstein in Wien  für seine Schwester 1925

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PHILOSOPHIE JETZT   hat dazu einen aufregend zu lesenden Band vorgelegt mit einem Vorwort von Peter Sloterdijk. – Wittgenstein – im Eugen Diederichs Verlag (Suhrkamp)

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Bücher 2018

 

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Bilder aus Bargfeld

Arno Schmidt – Eine Bildbiographie

 Mit 455 Seiten im Format 22 x 30 cm kein ganz so großer Brocken wie Zettels Traum: Für diese erste mehr als umfangreiche Bildbiographie über den Dichter aus der Osthaide, Arno Schmidt, haben die Herausgeber in den Archiven geforscht und vieles Neues, Unbekanntes und Erstaunliches zutage gefördert: Fotografien, Zeichnungen, auch Dokumente jeglicher Art, diverse  Manuskripte, Notizen und Briefe, Alltägliches und Kurioses. Ergänzt wird das ganze Material durch Texte aus Arno Schmidts Werk, Notizen aus den Tagebüchern von sowie Kommentare von Kollegen und Freunden.
Halbleinen, 460 Seiten
ISBN: 978-3-518-80400-1

» … herrlich gestaltet vom großen Typografen und Schmidtianer Friedrich Forssman und mit lauter Fundsachen.«   DIE ZEIT

 

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Montaigne – Essays

Drei Bände Kapital stabilisieren das Regal ! hieß  es in unseren Studentenjahren. Dieser in jeder Hinsicht große Montaigne aus der Anderen Bibliothek tuts auch; wenns noch wackelt stellen Sie doch einfach den Arno Schmidt dazu.

Montaigne spricht zu uns, als wäre er der erste Mensch , der über die Welt, wie er sie erlebt, nachdenkt. Er kannte  Autoritäten seiner Zeit, doch er hielt sich nicht an sie. Eine aufrichtige, beharrliche Unbeirrbarkeit zeichnet diesen Schriftsteller aus, ein erfischender Eigensinn. Seine individuelle Freiheit des Geistes  und Denkens ist keine metaphysische Größe, sondern ein Gut, das er sich durch seinen beständigen  und unerschütterlichen Mut und seine Beharrlichkeit selbst erworben hat.

 Montaignes berühmte Essais liegen hier, übersetzt von Hans Stilett, vollständig vor, herausgegeben in einer bibliopilen Sonderausgabe von Hans Magnus Enzensbergers Anderen Biblothek .

 »Daß ein solcher Mensch geschrieben hat, dadurch ist die Lust auf dieser Erde zu leben vermehrt worden«,

schrieb Friedrich Nietzsche über den französischen Philosophen Michel de Montaigne.  Auch Thomas Bernhard mochte ohne den großen Montaigne nicht leben.

Montaigne – Essays – erschienen in der „Anderen Bibliothek“.

 

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Michael Degen – Der traurige Prinz

Roman einer wahren Begegnung 

Ein deutscher Schauspieler kommt nach einem Gastspiel-Auftritt mit einem Mann ins Gespräch. Staunend erkennt er die unverwechselbare Stimme : Es ist der berühmte Oskar Werner, Theatergott und oscarnominierter Filmstar. In dieser Nacht erzählt Werner sein Leben: ein Wiener Bub aus armen Verhältnissen, der früh an der «Burg» spielte, der gegen die Nazis opponierte, desertierte und knapp dem Tod entkam. Werner liegt nicht nur die Film- und Theaterwelt zu Füßen, er arbeitet mit Richard Burton, François Truffaut. Dann aber lehnt er Angebote etwa von Stanley Kubrick ab. Es sind die tiefen Zweifel an seinem Leben, seiner geliebten Kunst, die ihn hoffnungslos in den Alkohol und Tod treiben.

Den jüngeren Kollegen wird diese Nacht verändern – er blickt in den Abgrund einer zerrissenen  Seele, erkennt die Schattenseiten des Ruhms. Michael Degen ist Oskar Werner («Jules und Jim», «Das Narrenschiff» „Der Spion der aus der Kälte kam“  u.a.) wirklich begegnet. Atemlos  erzählt er von jener Nacht in Vaduz 1983 , schildert Werners Leben, das durch finstere Zeiten, über Erfolg  und Triumph in die Selbstzerstörung führte. Und Michael Degen berichtet von anderen prägenden Erlebnissen, mit Gustaf Gründgens oder Ingmar Bergman. Fast eine Autobiographie – das persönlichste Buch des Schauspielers und Autors.

Erschienen bei Rowohlt – ISBN978-3-87134-768-9

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Warte nicht auf bessre Zeiten

Selten sind persönliches Schicksal und deutsche Geschichte so eng verwoben wie bei Wolf Biermann. Ein Leben zwischen West und Ost, ein Widerspruchsgeist zwischen allen Fronten. Mit sechzehn ging er in die DDR, die er für das bessere Deutschland hielt. Hanns Eisler ermutigte ihn, Lieder zu schreiben, bei Helene Weigel assistierte er am Berliner Ensemble. Dann fiel er in Ungnade, erhielt Auftritts- und Publikationsverbot. Die Stasi observierte ihn rund um die Uhr, während er im Westen gefeiert und geehrt wurde. Die Proteste gegen seine Ausbürgerung 1976 gelten als Anfang vom Ende der DDR.

Eindringlich erzählt Biermann vom Vater, der als Jude und Kommunist in Auschwitz ermordet wurde, von der Mutter, die ihn aus dem Hamburger Bombeninferno rettete, vom väterlichen Freund Robert Havemann, mit dem er das Los des Geächteten teilte. Er führt uns in die absurde Welt der DDR-Diktatur mit ihren Auswüchsen, aber auch ihren täglichen Dramen menschlicher Widerständigkeit. Und er erzählt von seinen in den Westen geschmuggelten, im Osten heimlich kursierenden Liedern, deren »Verskunst, robuste Rhetorik und gewaltige Sprachkraft« Marcel Reich-Ranicki lobte. Bei aller Heftigkeit des Erlebten lesen sich Biermanns Erinnerungen wie ein Schelmenroman in bester schweijkscher Manier. Ein einzigartiges Zeitzeugnis.

Biographie/Autobiographie –576 Seiten – ISBN-13 9783549074732

The last bookstore

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Was er uns hinterlassen hat:

Stephen Hawking – Eine kurze Geschichte der Zeit

Das Buch, das unsere Weltsicht verändert hat

Woher kommen wir? Warum ist das Universum so, wie es ist? Dieses Buch hat unsere Weltsicht verändert – und zugleich setzte es neue Maßstäbe für die Darstellung komplexer physikalischer Zusammenhänge. Stephen Hawkings ‚Eine kurze Geschichte der Zeit‘ hat das Wissen über die Entstehung des Universums, Schwarze Löcher, das Wesen der Zeit und die Suche nach der Weltformel in der Physik und Kosmologie populär gemacht wie kein anderes. Das Credo eines Jahrhundert-Genies. –

Erschienen als Taschenbuch bei Rowohlt rororo.

 

Music from Big Pink von John Niven-buch-schriftsaetzer-wordpress-blog-rockmusik-bob daylan-the band-woodstock

John Niven – Music from Big Pink

Big Pink wurde 1966 in Woodstock das Holzhaus genannt, in dem Bob Dylan und The Band ihre legendären Live-Aufnahmen im Keller einspielten. Die von Drogen und Alkoholgenuß gezeichneten und durchaus beflügelten  „Basement Tapes“. Erst spät wurden sie offiziell veröffentlicht, als der US-Markt schon von unzähligen bootleg-Versionen überschwemmt war. Inzwischen liegt eine erweiterte Ausgabe auf CD vor . Zu  den dargebotenen Stücken kann man durchaus geteilter Meinung sein wie auch zu der dröhnenden Klangqualität kahler Betonwände. Eines ist gewiss; die Stimmung in Big Pink war bombig, hier dröhnten nicht nut die Wände.

John Niven beschreibt die Szenerie im Woodstock der wilden 60er , angefüllt auch mit fiktionären Szenen und Gesprächen – das alles mit der Phantasie eines Drogenkuriers jener Tage , er begnügt sich nicht nur mit den vorgefundenen Fakten:

„Man kommt in all die Backstageräume, die Limos, die Privatjets – man hat überall und jederzeit Zugang. Ich fragte mich, ob ich so eine Figur wohl mit einer realen Rockband kombinieren und die Geschichte mit dem Entstehen eines Rock-Klassikers verflechten könne“,

schreibt der Autor. Und man darf sagen: ja, das konnte er sehr gut. Kris Kristofferson singt: „He’s a walking contradiction, partly truth and partly fiction“. Die Dialektik von Faction  und Fiction ist  immer spannend, weil  der große Zampano Bob Dylan seit jeher  ein Meister des Verschleierns und Vernebelns und Lügens war. Dass er fromm und fröhlich jederzeit das Blaue vom Himmel herunter log, wenn es um seine eigene Biografie ging, ist erwiesen. Bizarr, dass kürzlich ein Redakteur des „New Yorker“ seinen Hut nehmen musste, weil er mit getürkten Dylan-Zitaten arbeitete. Daß das Buch von John Niven so falsch nicht sein kann, belegt ein Gruß von Band-Sänger Robbie Robertson, der dem Autor ausrichten ließ, dass ihm das Buch viel Spaß gemacht habe, und fragte:  „Ist der Typ etwa dabei gewesen?“

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Wenn Sie die gleichnamige Schallplatte aus Woodstock – die 1968 erschienene, erste LP der Dylan-Kumpels „TheBand“  – noch nicht kennen, um so besser. Sie können sie jetzte zusammen mit dem Buch entdecken ! Es ist nie zu spät eine schöne Jugend zu haben.

John Niven – „Music from Big Pink“  erschienen  als Taschenbuch im Heyne Verlag.

 

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Neil Young – Special deLuxe

Der Ausnahmemusiker  Neil Young und seine zweite große Leidenschaft: Nach seinem unkonventionellen autobiographischen Buch »Ein Hippie-Traum« präsentiert Neil Young in »Special Deluxe« nun im Spiegel seiner unzähligen Traumautos weitere sehr persönliche, warmherzige und humorvolle Geschichten aus seinem Leben. In seinen musikalischen Anfängen fuhr er mit seinen Lieblingsschlitten von Gig zu Gig. Wenn er sich die Reparatur nicht leisten konnte, ließ er sie auch schon einmal am Straßenrand stehen – und fragt sich bis heute, was aus ihnen geworden ist. Mit dem Erfolg kamen die Sammelleidenschaft und ein Fuhrpark beträchtlichen Ausmaßes: Das Leben des großen Musikers Neil Young ist nicht zuletzt ein Leben mit wunderschönen, vor Chrom glänzenden Oldtimern. Und so nimmt er seine Fans erneut mit auf die Fahrten seines Lebens, erzählt von Familienausflügen mit seinen Eltern, von seinen ersten Konzerttouren mit »Mort«, seinem geliebten Bestattungswagen, vom Rock`n`Roll-Leben, von Spritztouren mit seinen Kindern, vom Entdeckerglück des Sammlers, von seinem Engagement für die Verbreitung umweltfreundlicher Fahrzeuge – und entpuppt sich nicht zuletzt als großartiger Zeichner seiner Lieblinge auf Rädern.

»Special Deluxe« liest sich, als säße man auf dem Beifahrersitz neben einem vergnügt plaudernden Neil Young und führe mit ihm in einem seiner Oldtimer durch sein Leben. Ein herrliches Geschenk für alle Fans von Neil Young. Und das ultimative Geschenkbuch für alle Männer, die das Kind in sich bewahrt haben.

Kiepenheuer&Witsch
Titel der Originalausgabe: Special Deluxe. A Memoir of Life and Cars
Aus dem amerikanischen Englisch von Michael Kellner und Guntrud Argo
ISBN: 978-3-462-04757-8
416 Seiten, gebunden mit SU – Mit ca. 50 Farbzeichnungen des Autors

 

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Und das Sie gerade hier sind:  zum Nach- und Neulesen  die ultimative Witzigkeit  der Siebzigerjahre:

Eckhard Henscheid – Geht in Ordnung – sowieso —   genau —

Ein Tripelroman über zwei Schwestern, den ANO-Teppichladen und den Heimgang des Alfred Leobold“

Der erste Band der berühmten „Trilogie des laufenden Schwachsinns“

Henscheid wählt wieder die Ich-Form. „Moppel“, ein  gut situierter Jung-Rentner, langweilt sich in dem kleinen Kaff Seelburg. Seine erotischen Ambitionen mit zwei Schwestern verfolgt er eher halbherzig und schon bald ist er viel mehr an den Geschehnissen im ANO-Teppichladen interessiert, den Alfred Leobold und sein Mitarbeiter Hans Duschke (ein greiser Treibauf, ständig auf der Jagd nach „Büchsen“) zu einer Kneipe umfunktionieren, in der rauschende Feste gefeiert werden.

Es sind absolut bizarre Gestalten, die da im Teppichladen herumsaufen und herumrandalieren und zwischendurch die wenigen Kunden, die dort aufschlagen mit frechen Komplimenten oder unverhüllten Drohungen wieder hinauskomplimentieren.  Keine Störung wird geduldet  wenn es darum geht den letzten Sechsämtertropfen des Tages zu vernichten.

Allesamt schrägste Figuren, die durch ihre liebevolle Zeichnung faszinieren. Primus inter pares ist Alfred Leobold, der seinen Abgang aus dem ANO-Teppichladen mit grandioser Würde und wahrhaft stilvoll inszeniert. Leobold weiß zu begeistern, so dass das Traurige an der Geschichte, das langsame Sterben eines Alkoholikers, in den Hintergrund rückt. Der Herr der Teppiche und des Kühlschranks  ( Sekt und Sechsämter müssen gekühlt genossen werden !) hat stets alles im Griff und als souveräner Herrscher des alltäglichen Schwachsinns schmiedet er, ungeachtet seiner arg  angegriffenen Gesundheit, noch  jede Menge kühnster  Pläne. So wie hier:

“ Sabine und Alfred Leobold in Afrika! Immer noch fiel ich aus allen Wolken auf die regnerische Stadt Seelburg hinaus. So hatte es ja kommen müssen! Aber dieser Leobold würde vor lauter Schwäche ja nicht einmal bis zum Brennerpaß kommen, und Sabine hatte keinen Führerschein, fiel es mir in diesem Moment überraschend zu! … Die Vorstellung Alfred Leobolds im Kongo, das Lebenswerk Albert Schweitzers besichtigend und mit etlichen „Geht in Ordnung“ und „genau“ lobend und dann alle umstehenden 85 Neger zu einem Sechsämter einladend, machte mich, mitten auf der Straße, hemmungslos lachen.“

Wer das Buch nicht kennt, hat nicht gelebt ! Sowieso ! Genau !

Erschienen im Zweitausendeins-Verlag

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Der sowieso genaueste Beobachter seiner Zeit:  Eckhard Henscheid

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Und da Sie gerade dabei sind: dieser etwas näher dem Heutigen, Jetzigen zugewandte Henscheid gehört unbedingt in Ihre Hausapotheke.

„Über Manches“  von Eckhard Henscheid  erfreut mit  Satire, Erzählungen, Henscheidesken und echten Brüllern

Erschienen im Haffmans-Verlag

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Arno Schmidt zum (preiswerten ) Vergnügen

Bonmots, Zitate und typisch Schmidtsche Lebensweisheiten:

“ Das Verläßlichste sind Naturschönheiten. Dann Bücher; dann Braten mit Sauerkraut. Alles andere wechselt und gaukelt.“

Erschienen bei Reclam

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Die Arno-Schmidt-Anziehpuppe

Herr Schmidt läßt sich wahlweise mit einer Wildlederjacke mit Fellkragen oder der berühmten grünen Lederjacke (mit Fernglas) ausstatten. Dazu gibt es natürlich eine Katze sowie die Yashica 44 (nicht ganz maßstabsgetreu) zum Umhängen.

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Und das Arno-Schmidt-Haus als Bastelbogen !

Was es nicht alles gibt.

 

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Thomas Bernhard – Meine Preise

Thomas Bernhards zorniger Blick , nicht nur auf den Literaturbetrieb. Zu seinem 20. Todestag erstmalig publiziert, liegt der Bestseller jetzt auch als Taschenbuch vor.
Auf die gesamte Menschheit schimpfend und über sich selbst den Kopf schüttelnd, entwirft Thomas Bernhard ein Selbstporträt des Autors als Preis- und Preisgeldempfänger. In zorniger Rückschau zieht er darin eine Bilanz der ihm verliehenen Literaturpreise. Der erstaunte Leser erlebt hier einen Thomas Bernhar, wie er ihn so noch nicht gehört hatte.

Der Kollege Maxim Biller veröffentlichte 2009 eine Rezension mit dem schönen Titel: „Die  Lüge namens Bernhard“, in welcher er „Meine Preise“ als das beste Bernhard-Buch bezeichnete. Nun war leider diese ganze Rezension so hasserfüllt und unsachlich, daß man darüber die Decke der Barmherzigkeit breiten muss. Aber dieses Buch als Bernhards „bestes“ zu bezeichnen ist wirklich nur entsetzlich dumm; und die Art und Weise wie Biller hier über den Schreibstil von Thomas Bernhard herzieht zeigt uns eigentlich nur, daß er von der Literaturkunst des Autors nichts, aber auch gar nichts verstanden hat. Ja, man ist sogar versucht zu sagen – horribile dictus –  daß er Bernhard seinen übergroßen Erfolg neidet. Es klingt nämlich leider ganz genau so ! Und wenn er gar den verstorbenen großen  Österreicher Thomas Bernhard „ein Arschloch“ nennt, dann doch auch nur um mit diesem Kraftwort noch einmal ein wenig von sich reden zu machen… sonst hätte diesen Text eh niemand bemerkt, geschweige denn gelesen. ( leider veröffentlicht in der FAZ ) . Wie immer ist der Bernhardsche Blick auf die Welt und den Literaturbetrieb gnadenlos. Er teilt nach allen Seiten aus ohne sich selbst auszunehmen oder gar zu schonen.

Man lese einen Ausschnitt Bernhards Ansprache zur Verleihung des Österreichischen Staatspreises:

Die Zeitalter sind schwachsinnig, das Dämonische in uns ein immerwährender vaterländischer Kerker, in dem die Elemente der Dummheit und der Rücksichtslosigkeit zur täglichen Notdurft geworden sind. (…) Wir sind Österreicher, wir sind apathisch; wir sind das Leben als das gemeine Desinteresse am Leben, wir sind in dem Prozeß der Natur der Größenwahn-Sinn als Zukunft.“

Detailliert schildert Thomas Bernhard, der auch  begnadete Komiker , die Tragödien, zu denen sich die Überreichungen  entwickelten – egal, ob Bremer Literaturpreis, Grillparzer- oder Georg-Büchner-Preis. Thomas Bernhard hadert mit der Welt im allgemeinen, dem Kulturbetrieb im besonderen und ganz speziell mit sich selbst mittendrin. Und er übertreibt naturgemäß, daß sich die Balken biegen.

Bei Hoffmann & Campe  in Hamburg gibt es keine Preisverleihung. „Hier ist der Scheck“, sagte der Vertreter des Verlages und lud Thoma Bernhard zu einem vorzüglichen Mittagessen ein. Der fuhr mit dem Scheck nach Wien und kaufte sich davon sein erstes Auto, ein schneeweisses Triumph Herald Cabriolet, direkt aus dem Schaufenster.
suhrkamp taschenbuch 4186, Taschenbuch, 142 Seiten
ISBN: 978-3-518-46186-0

 

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Ferdinand von Schirach – Strafe

Wie wurden wir, wer wir sind?

Ferdinand von Schirach beschreibt in seinem neuen Buch „Strafe“ zwölf Schicksale. Wie schon in den beiden Bänden „Verbrechen“ und „Schuld“ zeigt er, wie schwer es ist, einem Menschen gerecht zu werden und wie voreilig unsere Begriffe von „gut“ und „böse“ oft sind.  In ruhiger, distanzierter Gelassenheit und zugleich voller Empathie erzählt er von Einsamkeit und Fremdheit, von dem Streben nach Glück und dem Scheitern.

»Zwölf Texte – wieder aus der Welt der Justiz, schonungslos, präzise dann wieder zutiefst menschlich.«
 ISBN: 978-3-630-87538-5 – Erschienen:  05.03.2018 –

 

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Als Deutschland noch nicht Deutschland war

Wer mit Bruno Preisendörfer als Zeitreisender unterwegs ist, erlebt noch viel mehr: Er steht z. B. am 7. 11. 1775 morgens um fünf in Weimar vor dem Haus eines Kammergerichtspräsidenten namens von Kalb und sieht zu, wie Goethes Kutsche über das Pflaster rollt. Er besucht eine philanthropische Reformschule oder wird zwischen die Bauernkinder in die Bänke einer Dorfschule gesteckt. Er geht an die Universität, um Kant und Fichte zu hören, Verständnisschwierigkeiten müssen ihm nicht peinlich sein, es ging den Zeitgenossen ebenso. Aber der Zeitreisende lernt nicht nur den philosophischen Zeitgeist kennen, sondern erlebt auch handfeste Abenteuer, übersteht mit dem jungen Eichendorff einen Schiffsunfall auf der Oder, sieht aus E.T.A. Hoffmanns Eckfenster am Gendarmenmarkt Berlin brennen, oder ist bei Georg Lichtenberg in Göttingen, als der durchs Fernglas der Beerdigung von Gottfried August Bürger zusieht. Man schaut genau hin und wundert sich nicht selten – auch über banalste Alltäglichkeiten.

Erschienen bei Galiani-Berlin – ISBN: 978-3-86971-110-2 –

 

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Philipp Blom – Böse Philosophen

Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung
Die Suche nach einer wirklich menschlichen Gesellschaft

Paris, wenige Jahre vor Ausbruch der Revolution: Im Salon des Barons d‘Holbach treffen sich regelmäßig die besten Köpfe Europas. Denis Diderot, David Hume, Laurence Sterne, Jean-Jacques Rousseau und viele andere Denker des 18. Jahrhunderts streiten um eine zeitgemäße Philosophie, die die Religion hinter sich lässt und allein auf die Kraft des Verstandes setzt, aber auch den Leidenschaften angemessenen Platz einräumt. Die Geschichte und Geschichten der „Encyklopädisten“ neu und spannend erzählt.

Jetzt auch bei DTV als Taschenbuch erschienen.