Gustav Klimt und die Antike

Erotische Begegnungen

Klimt und die Antike – Bilder einer Ausstellung

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Gustav Klimts Beziehung zu den antiken Vorbildern ist nicht so einfach zu entschlüsseln, wie es dem flüchtigen Betrachter erscheinen mag. Seine intensive Beschäftigung mit antiken Mustern und Vor-Bildern erstreckte sich über eine lange künstlerische Laufbahn. Zunächst war sie lediglich auch von Imitation und Studium der Antike geprägt, doch im Laufe der Zeit entwickelte Klimt aus den Grundprinzipien antiker Erotik eine eindrucksvolle und ganz eigenständige Bildsprache.

Die plaudernden Hetären

Zentrum dieser These ist der von Klimt illustrierte Prunkband der Hetärengespräche des Lukian.  Ein Buch von solcher Freizügigkeit, dass es heute kaum lesbar scheint – und auch Gustav Klimt geizte in seinen Darstellungen durchaus  absichtsvoll nicht mit expliziter Nacktheit. Diese  Darstellungen der Plaudereien der antiken Prostituierten und ihre zeichnerische Umsetzung durch Klimt in die Bildsprache der Moderne verweist auf die tiefgehende Auseinandersetzung des Künstlers mit der Erotik in einem Akt emanzipatorischer Aneignung und sowohl künstlerischer als auch individueller  Befreiung.

Gustav Klimt imitierte diese Vorbilder en detail und nutzte manche Elemente immer auch als Zitate in seinen eigenen Arbeiten wie der vorliegende, üppig ausgestattete Band – als Katalog zu einer Ausstellung im Belvedere Museum in Wien erschienen – in hervorragender Weise demonstrieren kann.

Kunstdetektivische Rätsel

Klimts Befreiung, Neubefragung  und Hinterfragung der antiken Prinzipien, die in all seinen Werken zum Tragen kam  mündete in einer atemberaubend neuen Ästhetik, die wiederum nicht ohne Einfluss auf Zeitgenossen blieb und die Moderne prägte. Er arbeitet immer wieder ganz demonstrativ mit der Leere als Fläche. Daraus ergibt sich für den Betrachter eine Einladung, diese Vasen anders zu sehen, nicht als Sammlung von antikenGefäßen, sondern ihre erotische Bilderwelt als inspirative Motive wahrzunehmen.

Es hat ein bisschen den Charakter einer Schatzsuche oder eines kunstdetektivischen Rätsels, wenn man Klimts künstlerischer Entwicklung innerhalb der antiken Welt auf die Spur kommen möchte – und dieses  wunderbare Buch kann die Forscherlust des Lesers immer wieder aufs Neue inspirieren und dem Kunstfreund einen Weg zu aufregend neuen Entdeckungen weisen.

Klimt und die Antike – 260 Seiten – Prestel Verlag – München

Wittgenstein !

Ludwig Wittgenstein, Swansea, Wales, September 1947 Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt

“ Wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen !“

Herbert Marcuse nannte ihn einen „Zerstörer der Philosophie“. Alles Metaphysische lehnte er strikt ab . Die Philosophie des 20. Jahrhunderts hatte nichts zu sein als eine Wissenschaft – rein und klar. Einfach, rein und klar, so wie er es in der Wiener Schule um Otto Loos u,a, gelernt hatte. Jeglicher Zierrat, auch geistiger, hatte zu verschwinden.

“ Die Welt ist, was der Fall ist „.

war das Fazit seines „Tractatus logico-philosophicus „.  Seine Studien betrieb er in Cambridge  unter Bertrand Russell. Kein herkömmliches Kontinuum  dieser Text, der die Welt der Philosophie vom Kopf auf die Beine stellte , sondern das Leuchtfeuer  solitärer Gedankenblitze eines besessenen Suchers.

„Die unvermutete Wiederkehr eines mönchischen Moments im moralischen Zentrum des Bürgertums.“ nennt es Peter Sloterdijk.

Konsequent verschenkte er seinMillionenerbe, um als Lehrer zu arbeiten.

Indem er die Empiriker anhielt „zum Staunen darüber,  nicht wie die Welt ist, sondern daß sie ist“, infizierte er die Philosophie mit einem wissenschaftlichen Präzisionsstil-Gedanken.

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Rein und klar – dieses Haus baute Wittgenstein in Wien  für seine Schwester 1925

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PHILOSOPHIE JETZT   hat dazu einen aufregend zu lesenden Band vorgelegt mit einem Vorwort von Peter Sloterdijk. – Wittgenstein – im Eugen Diederichs Verlag (Suhrkamp)

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